Der Goldene Schnitt


Proportion nennt man das bestimmte Verhältnis von Teilen untereinander und zum Ganzen. Insbesondere geht es um Größen und Abstände bei Köpfen, menschlichen Figuren, Tieren und Dingformen. Im Mittelalter arbeiten die Künstler nach Musterbüchern, die bestimmte Proportionsschemata festhalten. Das bekannteste Musterbuch ist das de Villard de Honnecourt aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. In der Renaissance versucht man, ideale Verhältnisse aus den natürlichen abzuleiten. So forschen Alberti, Leonardo und besonders auch Dürer nach Gesetzmäßigkeiten. Der goldene Schnitt (stetige Teilung) ist für Künstler aller Epochen ein wesentlicher Massstab für die ästhetisch wirksame Aufteilung von Bildzusammenhängen und des Formats. Proportionslehren sind immer der Sprachsymbolik innerhalb eines kulturellen Netzes zuzuordnen, insofern unterliegen sie den jeweiligen ästhetischen Massstäben einer Kulturepoche.          http://www.tilmanrothermel.de

  • Zwei Strecken stehen im Verhältnis des Goldenen Schnittes, wenn sich die größere zur kleineren verhält wie die Summe aus beiden zur größeren 
  • wenn nun major und minor nicht längs aneinandergehangen, sondern im rechten winkel zueinander aufgestellt werden, entsteht ein rechteck, und zwar ebenfalls ein goldenes.
  • Subtrahiert man die kürzere der beiden Strecken von der längeren, so erhält man eine Strecke, die zur kürzeren wiederum im Verhältnis des Goldenen Schnittes steht. Die Bezeichnung stetige Teilung bezieht sich auf den Umstand, dass dieser Vorgang beliebig oft wiederholbar ist und dabei stets das selbe Verhältnis liefert.

Beispiele aus der Natur:

  • Seestern
  • Efeublatt
  • Schneckenhaus (Spirale)
  • Mensch (Boden - Bauchnabel; Bauchnabel - Scheitel)

Goldener Schnitt am Parthenon Tempel in Athen