Zeichenunterricht - Bildnerisches Gestalten


Bildnerisches Gestalten / Freies Gestalten

 

Die Fachbezeichnung «Bildnerisches Gestalten» trägt der Tatsache Rechnung, dass im Unterricht weit mehr als nur gezeichnet wird. Photographie, verschiedene Drucktechniken, plastisches Gestalten oder der Umgang mit modernen elektronischen Mitteln zur Bildbearbeitung oder zum typographischen Gestalten gehören heute eben-so zum Bildnerischen Gestalten wie Farbtheorie, Perspektivenlehre, Landschafts-, Figur- und Kopfzeichnen, das Erlernen von verschiedenen Maltechniken, das Aufzeigen von kunstgeschichtlichen Zusammenhängen usw.

 

Über all diesen Tätigkeiten soll die individuelle Förderung der Kinder im gestalterischen Bereich stehen. Aber Kreativität allein kann nicht gefördert werden:

 

Erst durch die Auseinandersetzung mit Theorie und Praxis können die Kinder eine Sicherheit erlangen, die es ihnen erlaubt, interessante, aussagekräftige oder ästhe-tisch ansprechende Werke zu gestalten. Dabei steht aber nicht nur das Endprodukt, sondern auch der kreative Prozess im Interesse des kreativen Schaffens. Es soll zudem eine Kritikfähigkeit erlangt werden, die es den jungen Menschen ermöglicht, sich in der von Bildeindrücken überfluteten Welt zurechtzufinden.

 


Grobe Übersicht

1. Klassen:

Grundlagen der Gestaltung (Verschiedene Zeichen- und Maltechniken, evtl. einfache Drucktechniken) einfache graphische Experimente, Materialkunde, erste Schritte zum räumlichen Gestalten, Objektzeichnen, Basis der Farbenlehre.

 

2. Klassen:

Räumliches Zeichnen (Parallelperspektive), Farbenlehre (bewusster Einsatz von Farbe, Mischtechniken usw.). Objektstudium (z.B. die Hand, Pflanzen, Mineralien, Objekte im und um das Schulhaus usw.).

 

3. Klassen:

Wahrnehmungsförderung, Zentralperspektive, Kopfzeichnen, erweiterte Farbenlehre (Kontraste, Farbharmonie, differenzierter Einsatz der Farbe), u. U. individuelle Arbeitsreihe zu einem gewählten Thema (Förderung der Selbstkompetenz).

 

4. Klassen:

Handwerkliche Fertigkeiten verbessern, Figurenzeichnen, Perspektive mit mehreren Fluchtpunkten, evtl. grössere Projektarbeit (Semesterarbeit) alleine oder in Gruppen (Förderung von Selbst- Sozial- und Sachkompetenz).

 

Je nach Situation kann die BG-Lehrkraft weitere Elemente des Gestaltens in den Unterricht einbauen oder Akzente setzen (z. B. Arbeiten mit Ton, Einsatz von Computer, grossformatiges Malen usw.). Besonderen Anreiz für die Schülerinnen und Schüler übt gelegentlich die Teilnahme an gestalterischen Wettbewerben aus.